Venedig lebt
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Archivio di Stato

Depeschen des Francesco Morosini

Projektort
Archivio di Stato

Projektgegenstand, Material
Dispacci di Francesco Morosini
Depeschen des Francesco Morosini
Papier, Pergament, gebunden

Entstehung und Autor
Entstanden 1640er – 1694,
Francesco Morosini (1619 – 1694)

Arbeit
Reinigung, Restaurierung, Konservierung

Zeitraum bzw. Fertigstellung
2018 – 2019

Projektbeitrag
€ 8.300,- Restaurierung + € 2.400,- Veröffentlichung

Finanzierungspartner

  • Österreichisches Komitee „Venedig lebt“
  • Venice in Peril Fund
  • Schweizerische Stiftung Pro Venezia

Projektbeschreibung

Francesco Morosini (1619-1694) war einer der letzten großen „Capi da mar“ der Serenissima. 1688 wurde er in Abwesenheit zum Dogen gewählt, blieb aber seiner Rolle als Flottenkommandant treu.

Während der Kriege der Republik Venedig gegen das Osmanische Reich – insbesondere des Venezianisch-Türkischen Krieges – verfasste Morosini als Oberbefehlshaber der venezianischen Flotte unzählige Berichte an den Senat in Venedig. Diese Depeschen dokumentieren detailliert seine Feldzüge, darunter die erfolgreiche Eroberung des Peloponnes.

Seine ausführlichen Berichte an den Senat, für Historiker äußerst interessante und wertvolle Quellen, liegen im Archivio di Stato auf. Ihr schlechter konservatorischer Zustand erschwerte die Benutzung erheblich, daher ersuchte das Staatsarchiv um Finanzierung der Restaurierung von 15 Bänden. Die Arbeiten wurden von Nonnen des Benediktinerklosters in Rosano erfolgreich durchgeführt. Die restaurierten Bände werden in diversen Ausstellungen, die anlässlich des 400. Geburtstages von Francesco Morosini in Venedig stattfinden, gezeigt.

Die Depeschen dokumentieren die Epochen:

o     1645–1669 (Kretischer Krieg): Verteidigung und Belagerung von Candia (Kreta) gegen die Osmanen

o     1684–1688 (Großer Türkenkrieg): erfolgreichen Feldzüge auf dem Peloponnes (Morea)

o     1688–1694 (Amtszeit als Doge): Seine Korrespondenz als Staatsoberhaupt und Flottenbefehlshaber

Restaurierung

Die 15 Bände litten insbesondere schwer durch einen Wassereinbruch im 19. Jahrhundert, bei dem die Bindungen stark beschädigt wurden.

Die Restaurierung der Depeschen wurde von den Benediktinerinnen von Rosano in der Nähe von Florenz durchgeführt, die sich auf die Konservierung von Büchern spezialisiert haben und viele der bei der berühmten Überschwemmung von 1966 beschädigten Bücher gerettet haben.

Die Maßnahmen umfassten die Konservierung der charakteristischen Einbände des Venezianischen Archivs und der Pergamentumschläge, die Reinigung, die Entsäuerung, das Neuheften sowie die Bereitstellung von Aufbewahrungsboxen in konservatorischer Qualität.

Zu sehen

Die Depeschen sind im Staatsarchiv in San Polo neben der Frari Kirche verwahrt. Sie stehen der wissenschaftlichen Recherche zur Verfügung, sind aber im Allgemeinen nicht öffentlich ausgestellt.

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2026-06-23T12:27:37+02:00
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